Beschreibung Am 7. Februar 1945, kurz vor der Kapitulation Deutschlands, erreichte ein Rettungstransport mit 1200 Jüdinnen und Juden aus dem Ghetto Theresienstadt St. Gallen. Angestossen hatte die Befreiungsaktion 1944 das Schweizer Ehepaar Recha und Yitzchok Sternbuch, das die Unterstützung von Jean-Marie Musy fand. Der katholisch-konservative Altbundesrat trat mit dem Reichsführer SS Heinrich Himmler, den er persönlich kannte, in Verhandlungen ein. Himmler versprach sich einen Reputationsgewinn NS-Deutschlands bei den Westalliierten und veranlasste die Zusammenstellung des Transports.
Wer waren die Menschen, die durch diese Aktion in die Schweiz gelangten? Wie erlebten sie die Auswahl für den Transport und ihren Aufenthalt in der Schweiz? Wohin migrierten sie nach Kriegsende weiter? Welchen Platz nimmt die Befreiungsaktion in ihren Erinnerungen ein? Einem biografischen Ansatz folgend, wird die Geschichte dieser Rettungsaktion im 2025 erschienenen Buch «Wir machen einen grossen Schritt ins Leben. Die aus dem Ghetto Theresienstadt Befreiten in der Schweiz: Lebenswege und Erinnerungen» nacherzählt.
Die Publikation ist Teil des Forschungs- und Public-History-Projekts «Zug in die Freiheit» der Pädagogischen Hochschule St. Gallen. Zurzeit werden die gewonnenen Forschungsergebnisse für die schulische und ausserschulische Geschichtsvermittlung aufbereitet: Bis 2027 entstehen eine internationale Projektwebsite, ein Erinnerungsort im und um das Hadwig-Gebäude in St.Gallen, in dem die Befreiten zuerst untergebracht waren, sowie Unterrichtsmaterialien für Schüler:innen.
Mit:Catrina Langenegger; Thomas Metzger, Prof. Dr.; Anna Voser, M.A.