Im Namen des Christentums wurde und wird Macht ausgeübt. Christliche Traditionen haben sich im Verlauf der Geschichte mit politischer und militärischer Macht verbunden. Die Schweizer Bundesverfassung beginnt mit «Im Namen Gottes des Allmächtigen», politische Bewegungen sehen sich als «Verteidiger des Christentums» und innerhalb der Kirchen ist Macht institutionalisiert in hierarchischen Strukturen. Macht ermächtigt und wird missbraucht: auch in Kirchen, auch auf der lokal- und weltpolitischen Bühne, auch in Familien, mitten unter uns. Wie wurde aus einer Bewegung, die die Friedfertigen und Sanftmütigen seligpreist und den Ersten den letzten Platz zuweist, eine Institution, die das römische Reich und spätere Reiche durchdrang und Gewalt legitimierte? Steht Macht im Gegensatz zum Christentum oder gibt es eine christliche Art der Machtausübung? Diesen und weiteren Fragen soll an drei Abenden anhand von Texten aus dem Neuen Testament und der frühen Kirche nachgegangen werden.